BO “Demokratische Linke” sieht im Bezirksverband keine Perspektive
3. Februar 2009
Auf unserer BO-Sitzung in der dritten Januarwoche 2009 haben wir entschieden, dass wir unsere politische Arbeit für und in der Partei DIE LINKE. nicht im Bezirksverband Neukölln fortsetzen können und wollen.
Hintergrund dieser Entscheidung ist die Entwicklung des Bezirksverbands während der letzten zwei Jahre. In diesem Zeitraum wurde der Bezirksverband von der posttrotzkistischen Gruppierung “Linksruck/Marx 21″ als Basis auserkoren und politisch vollständig majorisiert. Statt offener und pluraler Diskussion wurden die ‘revolutionären Positionen’ von “Linksruck/Marx 21″ in den Versammlungen durchgestimmt; ebenso wurde eine ‘einheitliche’ Personalstruktur geschaffen: im Bezirksvorstand herrscht eine absolute Linksruck/Marx21-Mehrheit und nahezu sämtliche Delegiertenmandate wurden an Linksruck-Aktivisten vergeben.
Leider mussten wir auch feststellen, dass die kommunalpolitische Arbeit in Neukölln zunehmend erschwert wird. So scheint es mit der Linksruck/Marx21-Mehrheit im Bezirksverband keine Unterstützung mehr für die rot-rot-grüne Zählgemeinschaft in der Bezirksverordnetenversammlung zu geben. Auch hier ist Linksruck/Marx 21 die revolutionäre Geste wichtiger als reale Verbesserungen in den Bereichen von Kultur, Sozialpoltik, Integration und Stadtplanung.
Aber weil für uns weiterhin gilt, dass das das Projekt einer Mitte-Links-Zählgemeinschaft richtig und wichtig ist, werden die Mandate und Wahlämter, für die einzelne Mitglieder der BO “Demokratische Linke” als Bezirksverordnete bzw. Bürgerdeputierte gewählt sind, selbstverständlich weiterhin mit hoher Verantwortung ausgefüllt.
Wir sind der Überzeugung, dass die revolutionäre Rhetorik des Bezirksvorstands politisch nicht nur nicht weiterhilft, sondern großen Schaden anrichtet: So werden Versprechungen gemacht, die weder durchdacht noch umsetzbar sind. Auf diese Weise wird das Vertrauen in emanzipatorische linke Politik untergraben. Wir hatten gehofft, dass sich im Bezirksverband Neukölln wieder ein Klima der kritischen und undogmatischen Diskussion etablieren würde.
Eine solche Entwicklung können wir aber leider nicht erkennen: Vielmehr ist durch die Parteieintritte einer Reihe von SAV-Mitgliedern in den Bezirksverband Neukölln ein weiterer Schritt rückwärts hin zum politischen Sektierertum zu konstatieren.
Wir bedauern sehr, dass uns keine Möglichkeit bleibt, im Bezirksverband Neukölln weiterhin politisch aktiv sein zu könnnen, blicken aber mit Zuversicht auf offene und spannende Diskussionen in unserem ‘neuen’ Bezirksverband Friedrichshain-Kreuzberg.



